Korsika mit dem Auto entdecken: Mit der Fähre von Genua nach Bastia
Wilde Küstenstraßen, versteckte Badebuchten und Bergdörfer mit Meerblick machen Korsika zu einem idealen Ziel für einen Roadtrip. Wer mit dem eigenen Auto anreist, ist unterwegs flexibel und erreicht auch Orte abseits der klassischen Touristenrouten. Besonders bequem ist die Überfahrt von Genua nach Bastia: Sie bringt Reisende direkt in den Norden der Insel, wo Hafenstädte, ursprüngliche Dörfer und spektakuläre Küsten nur wenige Fahrstunden auseinanderliegen.
1. Mit der Fähre von Genua nach Bastia
Genua ist für viele Reisende aus Deutschland der naheliegende Fährhafen: Aus Süddeutschland führt die Route meist über die Schweiz und Mailand an die ligurische Küste. Wer durch die Schweiz fährt, braucht eine Autobahnvignette; in Italien wird die Maut streckenabhängig an Mautstellen bezahlt.
Die Verbindung Genua–Bastia wird von der Reederei Moby Lines bedient und ist eine Saisonverbindung: Sie verkehrt in der Regel von Mai bis September an mehreren Tagen pro Woche. Die Überfahrt dauert rund fünf bis fünfeinhalb Stunden. Wer Korsika mit dem Auto erkunden möchte, kann die Fähre von Genua nach Bastia vor der Reise vergleichen und anschließend die Weiterfahrt über die Insel planen.
Außerhalb der Saison oder wenn alle Plätze belegt sind, lohnt ein Blick auf andere Häfen, etwa Livorno oder Savona in Italien sowie Nizza, Toulon oder Marseille in Frankreich – bei der Anreise über Frankreich fallen dort Autobahngebühren an. Welche Strecken wann fahren, zeigt die Übersicht zu den Fähren nach Korsika.
Damit die Anreise reibungslos gelingt, helfen einige praktische Tipps:
- Frühzeitig buchen: Da die Route nur in der Saison und nicht täglich fährt, sind beliebte Abfahrten im Juli und August schnell ausgebucht – vor allem die Fahrzeugplätze.
- Fahrzeugmaße exakt angeben: Dachbox, Fahrradträger oder Anhänger verändern Länge und Höhe und damit den Tarif. Falsche Angaben können beim Einschiffen Ärger und Aufpreise bedeuten.
- Genug Zeit für den Check-in einplanen: Für Reisende mit Auto gelten meist deutlich längere Vorlaufzeiten als für Fußpassagiere. Dazu kommt der Verkehr rund um den Hafen von Genua.
- Abfahrtszeit und Weiterfahrt abstimmen: Wer bei einer Tagesüberfahrt am Nachmittag in Bastia ankommt, plant die erste Nacht am besten in Bastia oder kurz dahinter ein, statt noch weite Strecken zu fahren.
Unser Reisetipp: Packen Sie eine kleine Tasche für die Überfahrt mit Getränken, Ladekabel, Powerbank, Sonnenschutz und einer Jacke für das Außendeck. Während der Fahrt ist das Fahrzeugdeck in der Regel geschlossen – was im Kofferraum liegt, ist dann nicht zugänglich.
2. Bastia: Ankommen im Norden Korsikas
Bastia ist weit mehr als ein Ankunftshafen. Rund um den alten Hafen Vieux Port reihen sich pastellfarbene Häuser, Restaurants und kleine Cafés. Oberhalb liegt die historische Zitadelle mit dem Viertel Terra Nova und seinen verwinkelten Gassen. Auf dem großen Place Saint-Nicolas direkt am Fährhafen lässt sich das korsische Alltagsleben beobachten.
Unser Reisetipp: Statt direkt weiterzufahren, lohnt sich ein Spaziergang durch den Jardin Romieu. Seine Treppen verbinden den alten Hafen mit der Zitadelle. Besonders am späten Nachmittag bieten sich reizvolle Fotomotive, wenn die tief stehende Sonne die Fassaden beleuchtet. Bastia ist außerdem der richtige Ort, um vor der Fahrt nach Cap Corse vollzutanken.
3. Cap Corse und die spektakuläre Küstenstraße
Nördlich von Bastia beginnt Cap Corse, eine schmale Halbinsel mit Steilküsten, kleinen Fischerhäfen und ursprünglichen Dörfern. Die kurvenreiche D80 führt einmal rund um das Kap und eröffnet immer neue Ausblicke auf das Mittelmeer. Für die Rundfahrt sollte man einen ganzen Tag einplanen.
Ein lohnender Zwischenstopp ist Erbalunga mit seinem historischen Genueserturm. Weiter nördlich locken Macinaggio und der Küstenwanderweg Sentier des Douaniers mit Buchten wie der Plage de Tamarone.
Unser Reisetipp: In Macinaggio lohnt es sich, das Auto stehen zu lassen und frühmorgens zur Plage de Tamarone zu wandern. Vor dem Besucherandrang lässt sich die geschützte Küstenlandschaft besonders ruhig erleben. Nehmen Sie ausreichend Trinkwasser mit, denn Schatten ist unterwegs selten. Und: Tankstellen sind auf Cap Corse rar – der Tank sollte vor der Rundfahrt voll sein.
4. Nonza: schwarzer Strand und weite Panoramen
An der Westküste von Cap Corse liegt Nonza spektakulär auf einem Felsen über einem dunklen Kiesstrand. Vom historischen Turm reicht der Blick weit über den Golf von Saint-Florent.
Unser Reisetipp: Der schwarze Strand lässt sich am besten vom Aussichtspunkt aus bewundern. Seine dunklen Kiesel stammen aus dem früheren Bergbau an der Küste. Für einen klassischen Badestopp sind andere Strände auf Korsika die angenehmere Wahl. Die Parkmöglichkeiten im Dorf sind begrenzt – in der Hauptsaison am besten vormittags kommen.
5. Saint-Florent zwischen Hafenflair und Naturstränden
Auf dem Weg nach Saint-Florent führt die Straße durch das Weinbaugebiet von Patrimonio, eines der bekanntesten der Insel. Wer einen Stopp bei einem Winzer einlegen möchte, findet Hintergründe im Beitrag zum Wein auf Korsika.
Saint-Florent selbst ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Désert des Agriates. Die geschützte, weitgehend unbewohnte Landschaft ist bekannt für türkisblaues Wasser und Strände wie Saleccia und Lotu. Straßen gibt es dort kaum: Die Zufahrten sind unbefestigte Pisten, die sich für normale Miet- oder Privatwagen nicht eignen.
Unser Reisetipp: Statt mit einem gewöhnlichen Pkw über ausgefahrene Pisten zu fahren, nehmen Sie das Ausflugsboot ab Saint-Florent. So lässt sich ein Badetag ohne Risiko für Unterboden oder Reifen genießen. Die Boote fahren vor allem in der Sommersaison; in der Hauptsaison empfiehlt es sich, früh am Hafen zu sein.
Praktische Tipps für den Korsika-Roadtrip
Korsikas Straßen sind oft schmal, kurvenreich und deutlich langsamer zu befahren, als die Kilometerzahl vermuten lässt. Für 80 Kilometer sollte man je nach Strecke wesentlich mehr Zeit einplanen als auf dem Festland. In Bergregionen stehen außerdem häufig Kühe, Ziegen oder Schweine auf der Fahrbahn.
- Reisedauer: Für Nordkorsika sind mindestens vier bis fünf Tage ideal. So bleibt neben Bastia, Cap Corse und Saint-Florent genügend Zeit für spontane Stopps.
- Unterkunft: In der Hauptsaison Unterkünfte mit gesichertem Parkplatz frühzeitig reservieren. Wer flexibel bleiben möchte, findet Alternativen beim Camping auf Korsika.
- Tanken: In Bastia und Saint-Florent tanken, bevor es in abgelegene Regionen geht.
- Weitere Ziele: Einen Überblick über die Regionen der Insel bietet die offizielle Tourismusagentur Korsikas.
Fazit: die schönsten Stationen beim Korsika-Roadtrip
Die Kombination aus Fährreise und eigenem Auto macht Nordkorsika zu einem vielseitigen Reiseziel. Besonders lohnenswert sind diese Stationen:
- In Bastia lohnt sich ein ausgedehnter Spaziergang durch die lebendige Altstadt und entlang des alten Hafens.
- Auf Cap Corse empfiehlt sich eine gemütliche Fahrt entlang der Küstenstraße mit Zwischenstopps in ursprünglichen Fischerdörfern.
- In Nonza bietet sich der Aufstieg zum historischen Turm an, von dem sich der schwarze Strand besonders gut überblicken lässt.
- Von Saint-Florent aus lohnt sich ein Bootsausflug zu den naturbelassenen Stränden der Désert des Agriates.
Wer nicht zu viele Kilometer pro Tag plant und die Fähre rechtzeitig für die Saison bucht, erlebt Korsika von seiner schönsten Seite.