Französische Küche

Met: Der Trank der Götter

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Wie der Met nach Frankreich kam und welcher französische Met der Beste ist.
Met aus Frankreich

Dem Met umweht als Trank der Götter bis heute ein Hauch von Mystik. Tatsächlich war der Met Honigwein ein wichtiger Bestandteil kultischer Bräuche alter Völker. Er war ein Heilmittel der Kräuterkundigen, ein Rauschmittel der Schamanen und verursachte in Kombination mit Fliegenpilzen den Blutrausch der Berserker. In der germanischen Mythologie gab es im Paradies unbegrenzt den leckeren Honigwein. Er strömte immerwährend aus dem Euter der Ziege Heidrun, die dem Gott Odin gehörte.

Es war kein Fortschritt der „Moderne“, als Met im Mittelalter zunehmend von Bier und Wein verdrängt wurde. Die Gründe waren vielmehr pekuniärer Natur, weil Bier und Wein günstiger herzustellen waren. So behauptete der Met auch in Frankreich seinen Ruf als besonderes Getränk.

Wie der Met nach Frankreich kam

Die Römer übernahmen den Honigwein von den Germanen, in deren Wäldern es von Honigbienen wimmelte. Die Römer wiederum führten den Wein in Gallien ein, sodass der Met künftig die Welt der Weine auch in Frankreich bereicherte. Die in den Asterix-Heften so lebendig beschriebenen gallischen Druiden nahmen den Met als kultisches Getränk und Heiltrank in ihr Repertoire auf. In den Regionen in Frankreich stieß der Met auf reges Interesse. So wurde er zum Beispiel in Bretonien als Chouchen und in den Pyrenäen als Bärentanz weiter entwickelt. Karl der Große, Urvater sowohl Deutschlands als auch Frankreichs, förderte die Produktion von Met und legte fest, dass jeder Musterbetrieb im Fränkischen Reich eine Bienenzucht führen musste. Vom Kloster St. Gallen geht aus historischen Quellen hervor, dass man dort um 1000 herum den Met zusammen mit Käse als Nachtisch zu servieren pflegte. Möchten auch Sie einmal vom Met kosten? Honigweine und Beerenweine finden Sie in diesem Met Shop. 

Wie wird Met hergestellt?

In Europa war Honig bis in die Neuzeit das primäre Süßungsmittel, während Zucker zunächst unbekannt und dann unerschwinglich war. Auch wurde Honig als Konservierungsmittel für verderbliche Ware verwendet. Dabei wurde durch Zufall das Geheimnis der alkoholischen Gärung entdeckt. Denn sobald der Honig längere Zeit mit Feuchtigkeit in Berührung kommt, setzt zumindest eine Spontangärung ein.

Aus Glucose gewinnen die Hefepilze ihre Energie in Form von ATP und verwandeln den Zucker enzymatisch in Wasser, Kohlendioxid und Ethanol. Da die Menschen in diesen archaischen Zeiten noch nicht über das Geheimnis der alkoholischen Gärung unterrichtet waren, schrieben sie die berauschende Wirkung göttlichen Einflüssen zu, lernten aber, diesen Prozess zu replizieren.

Zur Popularität von Met trug außerdem die Vielfalt an Geschmacksrichtungen bei, über die nicht nur das Niveau der Gärung und die jeweilige Honigsorte entschieden, sondern auch die Beigaben. Beliebt waren vor allem Gewürze, Kräuter und Früchte. Was den Honig angeht, so weisen Kenner darauf hin, dass sich heller Honig wie Linden-, Akazien- und Rapsblüten als Grundessenz am besten eigne. Außerdem schmecke Met am besten zu Pilzgerichten und Raclette.

Alkohol im Mittelalter

Ob Bier bei den Germanen oder Wein bei den Franzosen, im Mittelalter hatte der Alkohol als Alltagsgetränk eine große Bedeutung. Sogar Kindern wurde Alkohol als Getränk verabreicht, was allerdings einen wichtigen praktischen Grund hatte: Das Trinkwasser war vielfach verunreinigt und eine Brutstätte von Keimen und Bakterien. Der Alkohol konnte diese Erreger hingegen wirkungsvoll abtöten. Hier passt auch nicht die Redewendung von der Ausrottung des Teufels mit dem Beelzebub, denn Alkohol besaß als Alltagsgetränk einen wesentlich geringeren Alkoholgehalt als heute üblich. Nur wenn bei Feiern ordentlich gezecht wurde, war der Alkoholgehalt deutlich höher. Gut vergorener Met besaß beispielsweise einen Alkoholgehalt von 14 % Vol.

Welcher französische Met ist der Beste?

Wie schon beschrieben, hat sich Met bis heute als Getränk in Frankreich erhalten. Auch als im Mittelalter der Traubenwein den Honigwein zunehmend ablöste, blieb der Met in Frankreich ähnlich wie in Deutschland ein interessantes Nischenprodukt. Beliebt in Frankreich ist Apfelmet, der gern lieblich oder trocken getrunken wird und zu dem es viele schmackhafte Sorten gibt. Besonders der Honigwein Chouchen hat den Ruf, besonders fruchtbar und aromatisch zu sein. Der Wein wird gern mit Buchweizenpfannkuchen, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten serviert und bereichert jeden Urlaub in Frankreich.