Weit weg vom Silvesterstress ist auch in Frankreich der Weihnachtsabend die Gelegenheit, sich in der Familie um eine traditionelle Mahlzeit zu treffen. Wir geben hier einen kleinen Überblick über die Traditionen und Bräuche rund um das Weihnachtsfest in Frankreich.
Es ist kaum möglich, über Weihnachten zu sprechen, ohne sofort auf den Weihnachtsbaum zu kommen, der quasi zum Inbegriff der Weihnachtszeit geworden ist. Nach alter Sitte stellen die Kinder ihre Schuhe in die Nähe des Schornsteins oder Kamins oder aber unter den Weihnachtsbaum, damit der "Père Noël" dort seine Geschenke ablegen kann.
Die religiöse Bedeutung des Weihnachtsfestes hat sich in Frankreich je nach Region mehr oder weniger erhalten. In der Provence zum Beispiel bleibt diese religiöse Bedeutung stark: Weihnachtslieder, Krippen in der Kirche und der Familie und die Mitternachtsmesse gehören hier ganz selbstverständlich zum Weihnachtsfest.
Truthahn mit Kastanien oder Kapaun mit Pflaumen ist für viele Franzosen das typische Festessen am Weihnachtsabend des 24. Dezember.
Der Weihnachts-Baumkuchen ist die zweite unumgängliche Tradition. Diese Sitte stammt aus den ländlichen Regionen, wo früher jeder Gast zu Weihnachten einen echten Baumstamm zur Feier mitbrachte, um das Haus zu heizen.
In den Krippen wird das Leben eines kleinen Dorfes zur Zeit der Geburt Christi in Miniatur dargestellt. Diese typisch provenzalischen Krippe-Porzellanfiguren werden "Santons" genannt.
Sie werden aus Ton gemacht und haben in einigen Versionen sogar echte Kleider an. In jeder Krippe werden meistens viele Figuren dargestellt, ein Schäfer, der Lamm anbietet, eine Frau, die Suppe anbietet, Bäcker, Fischer, zahlreiche Tiere und natürlich auch die biblischen Figuren wie Maria und Josef und die Heiligen Drei Könige. Seit 1802 gibt es eine große Messe, auf der die Krippen und Figuren alljährlich ausgestellt werden.
Nach alter provenzalischer Tradition wird am 4. Dezember Weizen gesät. Man sät es auf Baumwolle, die mit Wasser angefeuchtet wird. Wenn dann am 25. Dezember der Weizen gut keimt, ist dies ein Zeichen, dass die Ernte des nächsten Jahres gut sein wird, verrottete Körner sind dagegen ein schlechtes Omen!
Am Weihnachtsabend wird ein echter Baumstamm ("cache-fio") als Symbol des neuen Jahres angezündet. Dieser erste Baumstamm muss entweder von einem Olivenbaum oder einem Kirschbaum stammen. Bevor das Holz in den Kamin gesteckt wird, wird gekochter Wein vergossen und man ruft sich folgende traditionellen Wünsche zu:
alegre! alegre! diéu nous alegre!
calendo ven! tout ben ven!
diéu nous fague la graci de veire l'an que ven!
e se nous sian pas mai, que nous fuguen pas mens!
Allégresse, Dieu nous donne l'allégresse!
Noël arrive, tout bien vient!
Que Dieu nous fasse la grâce de voir l'année prochaine
et si nous ne sommes pas plus, que nous ne soyons pas moins!
Nach religiöser Tradition werden dann 7 Mahlzeiten und 13 Desserts serviert, die das Letzte Abendmahl der zwölf Apostel und des Messias symbolisieren:
Die Feste im Elsass beginnen mit dem ersten Adventswochenende und dauern bis zum Dreikönigsfest. Die zahlreichen Traditionen, die mit dieser Weihnachtszeit verbunden sind, werden im Elsass sehr gepflegt.
Die Städte und Dörfer werden beleuchtet, Krippen werden aufgebaut und Weihnachtsmärkte werden eingerichtet.
Elsässische Traditionen:
Elsässische Speisekarte:
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