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  Geheimtipp: Musée vivant de la Basse-Court

Wo Hühner, Hasen, Truthähne und Gänse leben wie Gott in Frankreich

Yves und Annabel Bienaimé sind die Schöpfer der beiden "lebendigen Museen" in Frankreich. Ohne einen Centime staatlicher Beihilfe eröffneten sie zunächst in den Grandes Ecuries der Prinzen von Condé in Chantilly ein Museum des Pferdes. Dreissig hochkarätige Stuten und Hengste sind dort untergebracht und führen im zum théatre équestre umfunktionierten Rundturm ihre Kunststücke vor. In 31 Sälen des Schlosses können alle Facetten der Pferdewelt kennen gelernt werden.

Einige Jahre später kauften die Bienaimés, zunächst als "Ferien- und Altersheim" für pensionierte Pferde, eine alte normannische Ferme mit 26 Hektaren Land zwischen Pont l’Évèque und Lisieux mitsamt dem Manoir (Sitz des Verwalters) aus dem 15. Jahrhundert. Bald darauf entschlossen sie sich, die 26 Hektaren umfassenden Felder in einen Zoo umzufunktionieren und gleichzeitig die Aufzucht der vom Aussterben bedrohte Rassen der Kleintierhaltung zu ermöglichen. Heute leben in dem Privatzoo über 2500 Hühner, Hasen, Enten, Truthähne und Gänse, insgesamt 900 Arten, unter besten Bedingungen. Das heruntergekommene Farmgebäude wurde restauriert und dient als Museum der darstellenden Kunst vieler Aspekte des Lebens von Geflügel in Bauernhöfen, aber auch (als Gockel) auf Kirchtürmen. Ebenfalls sind Meisterwerke der Ostereier-Malerei ausgestellt.

 Unterhaltsamer und lehrreicher Rundgang

Der etwa zwei Stunden dauernde Rundgang durch das Musée vivant de la Basse-Court führt vorbei an aller Arten von Hühnern und anderen Geflügeln. Gerade für Städter ist es ein ausserordentliches Erlebnis, die Artenvielfalt des Federviehs kennen zu lernen. Viele der gezeigten Rassen wären ohne die Züchtung in diesem Zoo zum Aussterben verurteilt. Auch werden Sorten wie Andalusische Hennen, Lackenfelder, Orloff, Sumatra und Sussex gezeigt, die sonst nirgends in Frankreich angetroffen werden. Spezielle Lehrtafeln geben Auskunft über das von Johann Mendel gefundene Mendelsche Gesetz der Vererbung und der Neuzüchtungen. Die Anatomie von Henne und Gockel wird genau erläutert, der Verwendungszweck der Entendaunen erklärt und viel Lehrreiches mehr vermittelt. Taubenfreunde kommen genau so auf die Rechnung wie Liebhaber der Kaninchenhaltung. Auch von dieser Spezies werden viele Beispiele mit steifen und mit "Lampiohren" gezeigt, die sonst wohl nur an einer Kaninchenausstellung an einem Platz zusammenfänden.

Morgens und mittags finden in einem kleinen Amphitheater auch Vorführungen mit Tieren statt. So zeigen sich Hennen als gelehrige Zirkusartisten, und ein Schäferhund beweist eindrücklich, wie er mit der Schar von 300 Gänsen wie ein Feldherr umzuspringen weiß. Im Empfangsgebäude können zudem frische Eier gekauft oder Souvenirs erworben werden.

Ein Besuch dieses Musée vivant lohnt sich für jeden Normandiefahrer. Nicht weit davon entfernt ist zudem die Calvados-Distillerie Château du Breuil, die mitsamt Kellerei in der alten Roserie besichtigt werden kann.

von Redaktion Frankreich-InfoZuletzt verändert: 11.11.2008 16:07


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